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Übung des Gefahrstoffzuges beim Waldschwimmbad Kandel

Jeder Schwimmbadbesucher kennt den stechenden Geruch von Chlor – und weiß auch, wie gechlortes Wasser in den Augen brennt. Im Normalfall wird der Stoff in geringen Mengen dem Wasser zugesetzt, um Keime abzutöten. Wenn bei einem Unglück aber große Mengen Chlor austreten, wird es für Menschen schnell lebensgefährlich.

In jedem Schwimmbad werden verhältnismäßig große Mengen Chlor gelagert, um das Badewasser damit zu behandeln. Tritt das Gas unkontrolliert aus, können schnell mehrere Millionen Kubikmeter gesundheitsschädliches Gas-Luft-Gemisch entstehen. Da Chlorgas schwerer als Luft ist, treibt es dann mit der Windrichtung als unsichtbare Wolke auf dem Boden entlang und sammelt sich in Räumen, Senken und Kellern.

Wenn ein solches Unglück passiert – dann wird die Feuerwehr gerufen, die für solche Fälle speziell ausgestattet ist. Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Kandel bilden zusammen mit den Einheiten aus Wörth und Germersheim einen sogenannten Gefahrstoffzug. Er besteht aus mehreren Gerätewagen mit Schutzanzügen, Messgeräten und vielen Einsatzmitteln zum Auffangen, Abdichten und Umpumpen von gefährlichen Stoffen und Gütern. Auch mobile Duschzelte zur Dekontamination von Patienten und Einsatzkräften sind auf diesen Fahrzeugen verlastet.

Am 27. April 2019 wurde der Gefahrstoffzug im Rahmen einer gemeinsamen Großübung zum Waldschwimmbad Kandel alarmiert. Angenommen wurde, dass durch einen technischen Defekt eine große Menge Chlorgas ausgetreten sei. Viele Badegäste hätten schwere Atemwegsreizungen erlitten und sich teilweise zu Fuß aus der Gaswolke retten können. Mehrere Schwerverletzte lägen jedoch noch im Gefahrenbereich.

Aufgabe der Feuerwehr war es nun, die verletzten Personen aus dem Gefahrenbereich zu retten und das Leck an der Chlorgasanlage zu schließen oder zumindest abzudichten. Da absehbar war, dass hier viele Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz vorgehen mussten, wurde schon frühzeitig auch der Abrollbehälter „Atemschutz" aus Rülzheim nachalarmiert.

Um gegen das ätzende Chlorgas geschützt zu sein, rüsteten sich die Einsatzkräfte mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus. Die Arbeit in diesen Anzügen ist in höchstem Maße anstrengend: Die Atemluft reicht nur für etwa 20 Minuten, die Körperkerntemperatur steigt durch den Wärmestau in dem schweren Gummi-Anzug rapide an. Jede Einsatzkraft kann einen solchen 20-minütigen Einsatz nur einmal innerhalb mehrerer Stunden leisten.

Aus diesem Grund gilt es, das Vorgehen schnell und effizient zu gestalten. Das Leck muss schnellstmöglich abgedichtet werden, um einen weiteren Austritt zu verhindern, und das bereits ausgetretene Gas-Luft-Gemisch muss durch den Einsatz von Lüftern verdünnt, bestenfalls sogar ganz weggeblasen werden. Im gleichen Zuge muss die Rettung von verletzten Personen vonstatten gehen.

Doch der angenommene Einsatz beschränkte sich nicht nur auf den Bereich des Schwimmbads: Um Gesundheitsgefährdungen von Anwohnern auszuschließen, wurde der Bereich des nahen Wohngebiets, der in Windrichtung lag, mit einem Erkunder-/Messfahrzeug abgefahren und die Chlorgaskonzentration gemessen.

Die Übung und die anschließende Nachbesprechung zeigte, dass die große Energie der vergangenen Jahre, die in die Aus- und Weiterbildung der Einsatzkräfte gesteckt wurde, Früchte getragen hat. Zahlreiche Einsatzkräfte leisteten einen großen Einsatz unter CSA oder schwerem Atemschutz, und viele weitere waren mit der Einsatzlogistik beschäftigt – denn bei Einsätzen dieser Größenordnung kann man wegen der vielen benötigten Geräte durchaus von einer „Materialschlacht" sprechen.

Das eigentliche Ziel der Übung, die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit der einzelnen Einheiten des Gefahrstoffzuges zu testen und zu verbessern, konnte ebenfalls erreicht werden. Die Führungskräfte und die Übungsleitung zeigten sich mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Übung sehr zufrieden. Bei einem anschließenden Abendessen im Feuerwehrhaus Kandel hatten die Teilnehmer darüber hinaus noch die Gelegenheit, verschiedene Aspekte der Übung zu diskutieren – und Ideen zu sammeln, wie die Gefahrenabwehr bei Einsätzen mit Gefahrstoffen auch in Zukunft noch weiter verbessert werden kann. 

 

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Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 18.09.2019 - 23:45 Uhr

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