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Eines für alle – und alle für eines

Durchdacht, praxisorientert und zukunftsweisend: viele lobende Worte fanden die Redner am Freitag, den 24. August 2018, als nach 18 Monaten Bauzeit das neue Service- und Dienstleistungszentrum offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.

 

Pünktlich zum Beginn der Eröffnung ertönten die Digitalen Meldeempfänger der Kandeler Wehrleute. Als ob das neue Gebäude alleine nicht als Beispiel für funktionierende interkommunale Zusammenarbeit ausreichen würde, fuhr die Feuerwehr Kandel zur Unterstützung zu einem gemeldeten Waldbrand – zu den Kameraden nach Hagenbach.

Deren Wehrleiter Oswald Wagner indes folgte zusammen mit dem Wehrleiter der Feuerwehr Kandel, Edgar Jung, und weiteren rund 110 geladenen Gästen der Eröffnungsrede von Verbandsgemeindebürgermeister Volker Poß. Dieser schilderte die Erfolgsgeschichte des neuen Gebäudes, das nicht nur Werkstatt, Lager und Arbeitsplatz für die hauptamtlichen Gerätewarte ist, sondern auch als Symbol für kreative und zukunftsorientierte ehrenamtliche Arbeit steht.

Es ist „ein interkommunales Pilotprojekt mit zukunftsweisendem Plankonzept“, führte Poß aus, das seine Anfänge im Projekt „Starke Kommune – starkes Land“ des Referats für Kommunalentwicklung des Innenministeriums hatte. Dadurch war es der Verbandsgemeinde Kandel möglich, rund 645.000 Euro an Fördermitteln zu erhalten. Den Rest der 2,47 Millionen Euro Baukosten, die sowohl für das Gebäude als auch für die Außenanlagen anfielen, stemmte die Verbandsgemeinde Kandel. Geld, das nur deshalb zur Verfügung stand, weil die Ortsgemeinden sowie die Stadt mit ihren Umlagen zur Finanzierung beigetragen haben und im Umkehrschluss davon profitieren, so Poß.

Doch nicht nur diese profitieren – denn an das System angeschlossen sind bisher auch die Feuerwehren der Verbandsgemeinden Hagenbach und Jockgrim sowie der Stadt Wörth, die ihre Ausrüstung in Kandel reinigen und warten lassen. Sie bringen ihre Ausrüstung nach ihren Übungen und Einsätzen nach Kandel, liefern sie im sogenannten Schwarzbereich, dem Lager für verschmutzte Gegenstände an – und bedienen sich im Weißbereich, dem Lager für saubere Ausrüstungsgegenstände. Das alles können sie ohne Anwesenheit eines Gerätewartes tun, denn über Chip und elektrische Rolltore haben sie rund um die Uhr Zugang zu den Anlieferungs- und Abholbereichen.

Über ein geschlossenes Warenwirtschaftssystem werden die Gegenstände, die allesamt mittels Barcode eindeutig identifizierbar sind, im System erfasst, wodurch die Einhaltung von Reinigungsintervallen, Prüfzyklen und Ausmusterungsdaten genau dokumentiert und ausgewertet werden können. Dies sichert die Qualität der Reinigungs- und Wartungsarbeiten, denn nur mit einer einwandfrei gepflegten Ausrüstung kann die Mannschaft im Einsatz volle Leistung bringen – und unfallfrei wieder nach Hause zurückkehren.

Dadurch, dass alle angeschlossenen Feuerwehren – auch die Feuerwehr Kandel – somit Kunden des Servicezentrums sind, können andernorts auf Werkstätten verzichtet und durch ein kalkulatorisch ermitteltes Gebührenmodell das neue Servicezentrum finanziert werden. Dabei gehe es übrigens nicht um das Erzielen von Gewinn, sondern rein um die Deckung der Kosten, wie Poß betonte. Diese Synergieeffekte führen dazu, dass in einer zentralen Werkstatt von hauptamtlichen Kräften mit hochwertigen Prüf- und Reinigungsgeräten gearbeitet werden kann, statt die Wartungsarbeiten wie früher auf die Schultern der Ehrenamtlichen auszulagern.

Dass der Kooperationsgedanke nicht auf die Feuerwehr beschränkt bleibt, zeigt auch, dass in unmittelbarer Nachbarschaft die neue Rettungswache des DRK entsteht, mit der sich die Feuerwehr sogar ein modernes Blockheizkraftwerk teilt. Arno Schöttinger, Leiter der Rettungswache, legt auf eine gute Zusammenarbeit hohen Wert – nur durch gemeinsame Übungen und Ausbildungen kann sichergestellt werden, dass im Einsatz die Feuerwehr mit dem Rettungsdienst reibungslos zusammenarbeiten kann. Die künftige räumliche Nähe wird dazu einen guten Beitrag leisten.

Staatssekretär Randolf Stich betonte, wie wichtig eine gute und vernünftige Infrastruktur für die Arbeit der Feuerwehr sei. Das Land sei sich seiner Verantwortung dem Ehrenamt gegenüber bewusst, ohne das es einen flächendeckenden Bevölkerungsschutz gar nicht geben könne, und fördere mit einer klaren Förderstrategie insbesondere die interkommunalen Projekte.

Wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit ist, führte Alexander Schweitzer, Fraktionsvorsitzender der SPD, in seinem Teil der Ansprache aus. Das Flugtagunglück von Ramstein, das sich dieses Jahr zum 30. Mal jährt, und die damals völlig chaotischen Zustände bei den Rettungsarbeiten zeigten deutlich, wie wichtig eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Feuerwehren und auch den anderen Rettungsorganisationen sei.

Deshalb liege dem Land viel daran, die Förderung der Kommunen verstärkt voranzutreiben – insbesondere in Projekten, die zukunftsorientiert und von kooperativer Natur sind, denn diese können mit vergleichsweise weniger finanziellem Aufwand mehr Menschen im ländlichen Raum von Nutzen sein; in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz, in dem rund 75% der Menschen auf dem Land leben, ein nicht zu vernachlässigender Aspekt.

Schweitzer sieht das Vorzeigeprojekt in Kandel im Fokus des landesweiten Interesses und scherzte, er sage immer, „Schaut doch an, wie es in Hagenbach und Kandel läuft – wenn es alle so machen würden wie in der Südpfalz, dann wäre ja alles okay!“

Zum Abschluss der vom Kandeler Instrumental Ensemble untermalten Veranstaltung übergaben die anwesenden Politiker das Gebäude seiner Bestimmung und ließen sich in einer anschließenden Führung die Funktion der neuen Räumlichkeiten erläutern.

 

 

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